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Literaturpreise für Selfpublisher: Wo Autoren ohne Verlag einreichen können

Wo Bücher ohne Verlag angenommen werden, wo nicht und an welchen Formalitäten eine Einreichung scheitert, bevor die Jury sie liest.

Andreas OtterVeröffentlicht am ·15 Min. Lesezeit
Ein großes Buch mit einer Preisschleife steht vor einem pinkfarbenen Kreis. Daneben Symbole für Kalender, Teilnahmebedingungen und Lorbeerzweig.
KI-generiert

Kurz gesagt

Zwei Preise nehmen gerade Einreichungen von Autoren ohne Verlag an: DELIA bis 30. November und SERAPH bis 15. Dezember 2026. Entscheidend ist die Version des Buches: Papier, ISBN und die Läden, in denen es verkauft wird.

Ein Autor ohne Verlag reicht sein Buch meist nicht bei einem Literaturpreis ein: Er ist überzeugt, dass solche Preise nur Bücher von Verlagen annehmen. Fünf Preise in Deutschland, Österreich und der Schweiz schreiben diesen Ausschluss direkt in ihre Bedingungen. Sechs andere deutsche Preise nehmen die Einreichung dagegen unmittelbar vom Autor an, und einer davon, DELIA, lässt selbstveröffentlichte Bücher für den Preis 2027 erstmals zu. Zwei Preise nehmen gerade jetzt Einreichungen an. Bei den übrigen ist die Einreichung geschlossen: Einige nennen im Frühjahr neue Fristen, andere sammeln gar keine Einreichungen. Entscheidend ist die Version des Buches: Papier, ISBN und die Läden, in denen das Buch verkauft wird.

Tabelle: sechs deutsche Preise, die die Einreichung vom Autor ohne Verlag annehmen

Zwei nehmen gerade Einreichungen an, bei vier ist derzeit keine Einreichung möglich. Stand: 05.10.2026. Die Jahreszahl im Namen ist das Jahr der Verleihung: Einreichungen für den DELIA-Literaturpreis 2027 laufen bis zum 30. November 2026, verliehen wird er 2027.

Preis Genre Wer ohne Verlag zugelassen ist Frist Gebühr Preisgeld
DELIA-Literaturpreis 2027 Liebesroman, auch Krimi, historischer Roman und Fantasy, wenn die Liebesgeschichte im Zentrum der Handlung steht erstmals zugelassen, beginnend mit dem Preis 2027 bis 30.11.2026; ein Buch, das im Dezember 2026 erscheint, wird bis 15.11.2026 angekündigt und bis 31.12.2026 eingereicht auf der Seite nicht genannt 1.500 € und eine Trophäe
SERAPH 2027 Fantasy, Horror, Science-Fiction eigene Kategorie „Bester Independent-Titel“, dazu „Bestes Debüt“ und „Bestes Jugendbuch“ bis 15.12.2026 kostenlos 2026 je 8.000 € pro Kategorie, die Summe für 2027 ist nicht genannt
Kindle Storyteller Award jedes Genre auf Deutsch außer Erotik Das Buch muss über KDP, die Selfpublishing-Plattform von Amazon, erschienen sein, und zwar in zwei Versionen zugleich: digital und gedruckt. Die digitale Version muss bei KDP Select angemeldet sein, einem Programm, in dem sie nur bei Amazon verkauft wird Einreichungen vom 1. Mai bis 31. August; 2026 ist die Frist abgelaufen, neue Termine hat Amazon noch nicht genannt auf der Seite nicht genannt Fonds 20.000 €, davon 17.500 € für den Gewinner, dazu das Angebot, das Buch bei Amazon Publishing zu veröffentlichen
Deutscher Kinderbuchpreis Kinderbuch für Kinder von sechs bis acht Jahren der Autor reicht selbst ein; in den Bedingungen steht das Wort „Verlag“ nicht, verlangt sind aber ein gedrucktes Buch mit ISBN, Verkauf in unabhängigen Buchhandlungen und ein Text ohne KI die Einreichung 2026 endete am 31.05.2026, neue Termine gibt es nicht nicht genannt, 12 gedruckte Exemplare nötig, für Finalisten weitere 32 30.000 € für den ersten Platz
Selfpublishing-Buchpreis Belletristik, Sachbuch und Ratgeber, Kinder- und Jugendbuch ein Preis ausschließlich für selbstveröffentlichte Bücher 2027 werden keine Einreichungen gesammelt, ein neuer Termin steht nicht fest kostenlos 3.000 € in jeder der drei Kategorien
tolino media Newcomerpreis jedes Genre, erste Veröffentlichung über tolino media, den Dienst, über den deutsche Buchhandelsketten E-Books von Selfpublishern verkaufen ein Preis ausschließlich für selbstveröffentlichte Bücher zuletzt 2024 gesammelt, neue Termine gibt es nicht auf der Seite nicht genannt 2024: 2.000, 1.000 und 500 €

Für Bücher ohne Verlag ausdrücklich geschlossen: Österreichischer Buchpreis samt Debütpreis (Österreich), Schweizer Buchpreis (Schweiz), Friedrich-Glauser-Preis (Krimi), HOMER (historischer Roman), Crime Cologne Award (Krimi, Köln).

Bis Ende 2026 nehmen zwei Preise die Einreichung eines Autors ohne Verlag an: DELIA bis 30. November und SERAPH bis 15. Dezember

DELIA lässt selbstveröffentlichte Bücher erstmals zu. Den Preis für den deutschsprachigen Liebesroman verleiht der Verein zur Förderung deutschsprachiger Liebesromanliteratur, eine Vereinigung von Autoren und Lesern dieses Genres. Der Verein nimmt mehr als den klassischen Liebesroman an: Krimi, historischer Roman und Fantasy passen ebenfalls, wenn die Liebesgeschichte im Zentrum der Handlung steht. Für den Preis 2026 lehnte der Verein Bücher ohne Verlag noch ab. Dass sie für den Preis 2027 zugelassen sind, teilte er am 14. Februar 2026 mit.

Eine Zeile der Bedingungen musste ich per Mail klären. In der Liste der Ausschlüsse stand: „Veröffentlichungen mit Kostenbeteiligung des Autors oder der Autorin und/oder in Druckkostenzuschuss- oder Bezahlverlagen“. In der Fußnote führte der Verein diese Kosten auf: Herstellung, Druck, Coverdesign und ISBN.

Ich habe der Jury geschrieben und um eine Erklärung dieser Zeile gebeten. Die Jury-Vorsitzende Petra Schier antwortete, das „und/oder“ stamme aus den Bedingungen des Vorjahres. Sie strich es: „Nun sollte klar sein, dass wir Selfpublishing klar von dem Veröffentlichen in Druckkostenzuschuss- bzw. Bezahlverlagen abgrenzen und Letzteres ausschließen.“ Ich habe die Bedingungen von DELIA am 27. September 2026 geöffnet: Das „und/oder“ steht dort nicht mehr.

„Nun sollte klar sein, dass wir Selfpublishing klar von dem Veröffentlichen in Druckkostenzuschuss- bzw. Bezahlverlagen abgrenzen und Letzteres ausschließen.“

Petra Schier, Jury-Vorsitzende DELIA-Literaturpreis

Das Buch muss 2026 erstmals erschienen sein und mindestens 180.000 Zeichen haben. Mindestens eine Version, gedruckt oder digital, muss eine ISBN haben, und das Buch muss im VLB oder bei der Deutschen Nationalbibliothek eingetragen sein. Das VLB ist das Verzeichnis lieferbarer Bücher, über das der Buchhandel Bücher bestellt. Mindestens eine Version muss im gesamten deutschsprachigen Buchhandel erhältlich sein, nicht nur bei Amazon. Jedes Jurymitglied wählt selbst, ob es das E-Book oder ein gedrucktes Exemplar erhält. Das E-Book wird ausschließlich als ePub-Datei angenommen, dem Standardformat, das KDP, Books on Demand und tolino ausgeben. Ein Buch, das vollständig oder in wesentlichen Teilen von künstlicher Intelligenz geschrieben wurde, ist ausgeschlossen, ein Cover aus einem Bildgenerator ebenfalls. Hilfsmittel bleiben erlaubt: Korrektorat, Recherche und einzelne grafische Elemente. Ausgeschlossen sind außerdem Texte, die früher auf Wattpad und ähnlichen Plattformen standen, und New-Adult-Romane mit Hauptfiguren bis zu 24 Jahren.

Innerhalb des Jahres gelten verschiedene Fristen. Bücher aus der ersten Jahreshälfte 2026 wurden bis zum 15. August 2026 eingereicht. Bücher, die zwischen Juli und November erscheinen, gehen bis zum 30. November an die Jury. Für ein Buch, das im Dezember 2026 erscheint, gilt ein eigener Weg: Es wird der Jury-Vorsitzenden bis zum 15. November angekündigt und bis zum 31. Dezember eingereicht. Der Preis ist mit 1.500 € und einer Trophäe dotiert. Wer an literaturpreis@delia-online.de schreibt, erhält von Petra Schier die vollständige Ausschreibung mit den Adressen der Jury-Mitglieder.

Einen Fall musste ich gesondert klären. Das E-Book ist bei KDP Select angemeldet und wird nur bei Amazon verkauft. Die gedruckte Version erscheint über Books on Demand und ist in allen Läden erhältlich. Passt ein solches Buch zu DELIA? Ich habe die Jury gefragt, und Petra Schier antwortete am 28. September 2026. Sie nannte aus den Bedingungen zwei Anforderungen. Mindestens eine Version muss eine ISBN und einen Eintrag im VLB oder bei der Deutschen Nationalbibliothek haben. Mindestens eine Version muss im gesamten deutschsprachigen Buchhandel erhältlich sein. Hat die gedruckte Version eine ISBN, schadet es nicht, wenn das E-Book exklusiv erhältlich ist. Sie fügte hinzu, dies sei genau der Fall, nach dem ich gefragt hatte. Also erfüllt ein solches Buch die Bedingungen von DELIA.

Beim SERAPH gibt es eine Kategorie, in die nur Bücher kommen, die der Autor selbst herausgebracht hat. Den Preis verleiht die Phantastische Akademie für Fantasy, Horror und Science-Fiction. Die Kategorie heißt „Bester Independent-Titel“ und richtet sich an Leser ab 16 Jahren. Daneben nimmt die Akademie Bücher von Autoren ohne Verlag in „Bestes Debüt“ und „Bestes Jugendbuch“ für Leser ab 12 Jahren an. „Bestes Debüt“ wurde 2026 für Bücher ohne Verlag geöffnet: Den Veranstaltern ist das Merkmal „Debüt“ wichtiger als die Form der Veröffentlichung. In der Hauptkategorie „Bestes Buch“ treten nur Bücher von Verlagen an.

Die Einreichung ist kostenlos, die Frist endet am 15. Dezember 2026. Das Buch muss zwischen dem 16. Dezember 2025 und dem 15. Dezember 2026 erstmals erschienen und im Original auf Deutsch geschrieben sein, eine Übersetzung zählt nicht. Kurzromane und Novellen werden angenommen, wenn sie mindestens 150 Seiten haben. Aus einer Reihe mit durchgehender Handlung wird nur der erste Band eingereicht. Der Autor schickt in einer Mail an die Adresse auf der Einreichungsseite das ausgefüllte Formular, die Datei des Romans als ePub oder PDF, das Cover und ein Autorenfoto. Ein Text, der ganz oder in Teilen von künstlicher Intelligenz stammt, ist ausgeschlossen. 2026 erhielt jeder Gewinner 8.000 €.

Wie viele Bücher eingereicht werden, haben die Veranstalter selbst genannt. In einer Mail vom 27. September 2026 schrieb Christoph Hardebusch von der Phantastischen Akademie: In der Kategorie „Bester Independent-Titel“ seien 2026 etwas mehr als 100 Einreichungen eingegangen. 95 davon hätten die Kriterien erfüllt. In jeder Kategorie passen einige Einreichungen formal nicht, zum Beispiel weil das Buch außerhalb des Preisjahres erschienen ist oder nicht zu den phantastischen Genres gehört. Die Akademie erwägt seit Jahren, „Bestes Buch“ und „Bester Indie“ zusammenzulegen. Vorerst bleibt die eigene Kategorie bestehen, um einem Autor ohne Verlag die Auszeichnung zu garantieren.

Yola Stahl hat diese Kategorie 2026 mit „Eine Blume aus Gift und Eisen“ gewonnen. Sie schilderte die Einreichung: Sie füllte einen kurzen Fragebogen zum Buch aus und schickte der angegebenen Adresse die Buchdatei, das Cover und das Autorenfoto. Für den ersten Versuch rät sie, die Bedingungen vorher zu lesen und zu prüfen, ob das Buch beim Erscheinungsdatum passt. Ein professionelles Cover und ein vollständiges Impressum im Buch sind nach ihren Worten Pflicht, sonst kann die Einreichung an Formalitäten scheitern. Das Preisgeld hat Yola Stahl in eine Neuauflage ihrer Debüt-Trilogie „Birkenherz“ gesteckt.

Cover von „Eine Blume aus Gift und Eisen“ von Yola Stahl

Eine Blume aus Gift und Eisen

Yola Stahl

SERAPH 2026, Bester Independent-Titel

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Einreichungsfristen 2026

  • DELIA 30. November 2026
  • SERAPH 15. Dezember 2026

Vier weitere Preise nehmen Bücher ohne Verlag an, aber keiner hat Fristen für 2027 genannt

Der Kindle Storyteller Award verlangt das Buch gleichzeitig in zwei Versionen. Den Wettbewerb veranstaltet Amazon. Der Fonds beträgt 20.000 €, davon erhält der Gewinner 17.500 € und das Angebot, das Buch bei Amazon Publishing zu veröffentlichen; Finalisten erhalten je 300 € für die Reise. Einreichungen laufen vom 1. Mai bis zum 31. August, 2026 ist diese Frist abgelaufen, neue Termine hat Amazon noch nicht genannt. Zugelassen ist jedes Genre auf Deutsch außer Erotik, der Autor muss mindestens 18 Jahre alt sein.

Die Hauptbedingung ist, dass der Autor sowohl die digitale als auch die gedruckte Version über KDP veröffentlicht. Eine Einreichung in nur einem Format erfüllt die Bedingungen nicht. Die Bedingung „nur bei Amazon“ gilt allein für die digitale Version, sie muss bei KDP Select angemeldet sein. Die gedruckte Version muss nicht exklusiv bei Amazon verkauft werden. Außerdem darf das Buch vorher weder anderswo noch in einer anderen Sprache erschienen sein. Für das Buch darf kein Verlagsvertrag bestehen, und die gedruckte Version muss mindestens 24 Seiten haben.

Annette Oppenlander hat den Wettbewerb 2025 mit „Kohlenträume“ gewonnen. Nach ihrer Schilderung war die Einreichung einfach. Das Buch erscheint innerhalb der Wettbewerbsfrist, und der Autor trägt den Namen des Wettbewerbs als eines der Stichwörter bei KDP ein. Daran erkennt Amazon das Buch und nimmt es in den Wettbewerb auf. Die Teilnahmebedingungen nennen das Stichwort im Wortlaut: In das Feld „Stichwörter“ kommt „kindlestoryteller2026“, die übrigen Stichwörter, bis zu sechs, wählt der Autor selbst. Die Bedingungen verlangen genau diese Schreibweise, deshalb übernimmt der Autor das Stichwort von der Bedingungsseite des Jahres, in dem er einreicht. Annette Oppenlander rät zu einem professionellen Lektorat und dazu, in jedem Genre auf künstliche Intelligenz zu verzichten. Nach dem Gewinn erscheinen „Kohlenträume“ und ein weiterer Roman bei Amazons Verlag Tinte & Feder, mit einer Literaturagentur steht sie ebenfalls in Kontakt.

Cover von „Kohlenträume“ von Annette Oppenlander

Kohlenträume

Annette Oppenlander

Kindle Storyteller Award 2025

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Deutscher Kinderbuchpreis. Der Preis geht an ein Kinderbuch für Kinder von sechs bis acht Jahren, der erste Platz ist mit 30.000 € dotiert. Der Autor reicht selbst ein, die Einreichung 2026 endete am 31. Mai, neue Termine haben die Veranstalter noch nicht genannt. Das Buch muss in den zwölf Monaten vor dem Einsendeschluss erschienen sein, der Autor schickt 12 gedruckte Exemplare, bei einer Nominierung weitere 32 für die Kinderjury. In den Bedingungen steht das Wort „Verlag“ nicht. Dafür gibt es drei Anforderungen, auf die es bei einem Buch ohne Verlag ankommt: Das Buch muss gedruckt und mit ISBN erschienen sowie in unabhängigen Buchhandlungen erhältlich sein, und Text und Illustrationen dürfen nicht mit künstlicher Intelligenz entstanden sein. Ein Buch, das nur bei Amazon verkauft wird, erfüllt diese Anforderungen nicht. Die Exemplare geben die Veranstalter nicht zurück. Im Bewerbungsformular standen am 19. September die Pflichtfelder „ISBN“ und „Verlag“; derzeit ist die Einreichung geschlossen, und auf der Seite gibt es kein Formular. Ich habe die Veranstalter gefragt, ob sie Bücher ohne Verlag annehmen; bis zum 5. Oktober 2026 liegt keine Antwort vor. Vor einer Einreichung lohnt eine Mail an info@deutscher-kinderbuchpreis.com mit der Frage, was in das Feld „Verlag“ gehört, denn die Exemplare gehen per Post und auf eigene Kosten.

Der Selfpublishing-Buchpreis ist für Selfpublishing gemacht, nimmt aber aktuell keine Einreichungen an. Verliehen wird er vom Selfpublisher-Verband, dem Verband deutscher Autoren, die ihre Bücher selbst herausbringen. Der Verband verleiht drei Kategorien mit je 3.000 €. Die Gewinnerbücher liegen sechs Wochen lang in rund 300 Thalia-Filialen, drei bis fünf Exemplare je Filiale. So kann ein Leser ein selbstveröffentlichtes Buch in einer normalen Buchhandlung in die Hand nehmen. In der letzten Runde 2025/26 wurden 1.858 Bücher in drei Kategorien eingereicht. Vor der Jury prüft eine Vorkommission jede Einreichung auf die formalen Bedingungen, wie viele Bücher dabei ausscheiden, nennen die Veranstalter nicht. Das Buch muss gedruckt erschienen und im VLB eingetragen sein, ein Buch, das nur als E-Book erschienen ist, wird nicht angenommen. Text und Cover, die vollständig von künstlicher Intelligenz stammen, schließt der Verband ebenfalls aus.

Auf meine Frage nach der nächsten Runde antwortete der Verband am 21. September 2026: 2027 werden keine Einreichungen gesammelt, und wann die nächste Runde stattfindet, ist noch nicht entschieden. Auf der Seite des Preises steht weiterhin, die Einreichungen seien für 2027/28 geplant, diese Zeile stammt aus der alten Ankündigung. Deshalb lässt sich eine Einreichung für 2027 nicht planen: Es gibt kein Datum.

tolino media Newcomerpreis. Den Preis erhalten Autoren, die erstmals über tolino media veröffentlicht haben. Zuletzt wurden 2024 Einreichungen gesammelt. 2025 veranstaltete tolino media stattdessen einen anderen Wettbewerb für Selfpublisher, den All-time Favorites Award mit Preisen bis 5.000 €. Für 2026 ist der Newcomerpreis nicht angekündigt. Die Seite der Preise auf der Website des Dienstes lässt sich öffnen, aber dort steht noch der alte Plan: Einreichungen jedes Frühjahr. 2026 veranstaltet tolino media nur den Kalenderwettbewerb CALVENDO mit einem besonderen Preis, das ist kein Wettbewerb für Bücher.

Fünf Preise in Deutschland, Österreich und der Schweiz schreiben das Verbot direkt in die Bedingungen

Diese Preise schließen Autoren ohne Verlag in einer eigenen Zeile ihrer Bedingungen aus.

  • Österreichischer Buchpreis samt Debütpreis, Österreich: „Selbstzahler-Verlage und Print-on-Demand-Verlage sind ausgeschlossen.“ Print-on-Demand heißt: Einzelexemplare werden erst nach der Bestellung gedruckt, so arbeiten Books on Demand und KDP Print. Einreichen dürfen nur Verlage, die Mitglied im Hauptverband des Österreichischen Buchhandels, im Börsenverein des Deutschen Buchhandels oder im Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband sind.
  • Schweizer Buchpreis, Schweiz: „Selbstzahl- und Print-on-demand-Verlage sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Eigenbewerbungen von Autor:innen sind nicht möglich.“
  • Friedrich-Glauser-Preis für Krimis: „Es werden nur ordentliche Verlage berücksichtigt, keine Werke aus Selbstverlag, BoD (außer BoD fungiert als Dienstleister für einen Verlag) oder DKZ-Verlag.“ Eine Ausnahme bleibt: Ein Druck bei Books on Demand zählt, wenn ein Verlag die Auflage dort bestellt hat.
  • HOMER für historische Romane schreibt, dass „Books on Demand und Titel, die im Selbstverlag verlegt sind, sowie Veröffentlichungen mit Kostenbeteiligung des Autors und/oder in Druckkostenzuschussverlagen … nicht zugelassen sind“. E-Books schließt der Preis ebenfalls aus.
  • Crime Cologne Award, Krimi: „Eigenbewerbungen von Autorinnen und Autoren sind nicht möglich.“ Eingereicht wird über Verlage. So stand es in der Ausschreibung 2024, eine neue haben die Veranstalter seither nicht veröffentlicht.

Für Autoren aus Österreich und der Schweiz gilt im eigenen Land: Beide Buchpreise schließen Bücher ohne Verlag aus. Die Bedingungen der Kinder- und Genrepreise dieser beiden Länder habe ich für den Artikel nicht geöffnet, deshalb schreibe ich über sie nicht. Die deutschen Genrepreise verlangen dagegen keinen Wohnsitz in Deutschland. Weder beim SERAPH noch bei DELIA steht eine solche Bedingung, deshalb wird das Buch eines Autors aus Wien oder Zürich ebenfalls angenommen.

Drei Entscheidungen des Autors vor dem Erscheinen bestimmen, bei welchen Preisen das Buch eingereicht werden kann: gedruckt oder nur als E-Book, ein Laden oder alle, eigene ISBN oder die von Amazon

Drei Entscheidungen

  1. Gedruckt oder nur als E-Book. Der Selfpublishing-Buchpreis nimmt nur Bücher an, die auf Papier erschienen sind.
  2. Nur Amazon oder alle Läden. Ein E-Book in KDP Select wird nur bei Amazon verkauft.
  3. Eigene ISBN oder die kostenlose von Amazon. Ein Buch, das auch außerhalb von Amazon verkauft wird, braucht eine andere Nummer, die der Autor kauft.
  1. Gedruckt oder nur als E-Book. Der Selfpublishing-Buchpreis nimmt nur Bücher an, die auf Papier erschienen sind. Der Kindle Storyteller Award verlangt beide Versionen, digital und gedruckt. DELIA und SERAPH schreiben die Version nicht vor: Bei DELIA genügt es, wenn mindestens eine Version, digital oder gedruckt, eine ISBN und einen Eintrag im VLB hat. Deshalb kann ein Buch, das nur als E-Book erschienen ist, beim SERAPH eingereicht werden. Bei DELIA passt es, wenn es nicht nur bei Amazon erhältlich ist (Punkt 2).
  2. Nur Amazon oder alle Läden. Ein E-Book in KDP Select wird nur bei Amazon verkauft. Der Kindle Storyteller Award verlangt genau das, aber nur für die digitale Version: Die gedruckte Version muss nicht exklusiv bei Amazon verkauft werden. Beide Versionen müssen allerdings über KDP erscheinen. DELIA verlangt das Gegenteil: Mindestens eine Version muss im gesamten deutschsprachigen Buchhandel verkauft werden, nicht nur bei Amazon. Ein E-Book in Select zusammen mit einer gedruckten Version in allen Läden erfüllt die Bedingungen von DELIA: Das hat Petra Schier bestätigt (Abschnitt 1).
  3. Eigene ISBN oder die kostenlose von Amazon. Nach der KDP-Hilfe darf die kostenlose ISBN von Amazon nur für Bücher verwendet werden, die über KDP erscheinen. Ein Buch, das auch außerhalb von Amazon verkauft wird, braucht eine andere Nummer, die der Autor kauft. DELIA und der Selfpublishing-Buchpreis verlangen einen Eintrag im VLB. Ob ein Buch mit der kostenlosen ISBN von Amazon ins VLB gelangt, habe ich nicht geprüft. Deshalb ist es für diese beiden Preise sicherer, die Nummer selbst zu kaufen und den VLB-Eintrag vor der Einreichung zu prüfen.

Zwei weitere Bedingungen betreffen den Text. Der SERAPH nimmt aus einer Reihe mit durchgehender Handlung nur den ersten Band an: Band zwei und drei lassen sich nicht einreichen, auch wenn sie häufiger gekauft werden als der erste. SERAPH, DELIA und der Selfpublishing-Buchpreis nehmen kein Buch an, das vollständig oder in wesentlichen Teilen von künstlicher Intelligenz geschrieben wurde. Der SERAPH ist strenger, er schließt auch Texte aus, in denen künstliche Intelligenz einzelne Teile geschrieben hat. DELIA und der Selfpublishing-Buchpreis schließen außerdem ein Cover aus, das ein Bildgenerator vollständig erzeugt hat.

Ich würde eine fertige Version für einen einzelnen Preis nicht umbauen: Ich würde nicht aus KDP Select aussteigen, eine Druckauflage bestellen oder eine ISBN kaufen, nur um einzureichen. Ein Buch verkauft sich über Jahre, die Einreichung ist einmal im Jahr für einige Monate offen. Deshalb wähle ich die Version nach den Verkäufen. Ist die Entscheidung noch offen, gibt es zwei Wege. Der erste: Das Buch erscheint nur als E-Book und ist bei KDP Select angemeldet. Dann ist nur der SERAPH offen, und Kindle Storyteller, DELIA und Selfpublishing-Buchpreis sind geschlossen. Der zweite: Das Buch hat eine gedruckte Version mit gekaufter ISBN, mit Eintrag im VLB und mit Verkauf in jeder deutschen Buchhandlung. Dann sind DELIA, Selfpublishing-Buchpreis und SERAPH offen. Eine Frage bleibt offen: Sind die Bedingungen von DELIA und Kindle Storyteller für dieselbe gedruckte Version vereinbar? DELIA hat den Fall der gedruckten Version über Books on Demand bestätigt, der Kindle Storyteller verlangt die gedruckte Version über KDP.

2026 nimmt DELIA Einreichungen bis zum 30. November an, der SERAPH bis zum 15. Dezember. Der Kindle Storyteller Award sammelte Einreichungen vom 1. Mai bis zum 31. August 2026, einen Termin für 2027 hat Amazon noch nicht genannt. Bei mehreren Preisen ist offen, ob überhaupt noch Einreichungen gesammelt werden. Der Selfpublishing-Buchpreis lässt 2027 aus, der tolino media Newcomerpreis wurde seit 2024 nicht ausgeschrieben, und auf der Seite von tolino steht noch der alte Plan: Einreichungen jedes Frühjahr. Wer den Rundbrief für Autoren bekommt (Formular unter dem Artikel), erfährt von einem neuen Termin, sobald der Veranstalter ihn nennt.

Andreas Otter

Andreas Otter

20 veröffentlichte Bücher, über eine Million Leser. Buchmarketing betreibt er täglich an den eigenen Titeln, bevor eine Methode zu unseren Kunden geht.

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